Börse und Psyche: Zusammenhänge und Heuristik
Die Welt der Börse wird regiert durch Zahlen, Daten und Fakten. Doch Börsenpsychologie hat weit mehr Kraft als wir zunächst denken. Wenn es um das gute Geld geht, wird der Börsianer sprichwörtlich zum Tier und versteht keinen Spaß mehr. Es siegt die Gier nach mehr. Nicht verwunderlich bei den Geldern die tagtäglich seinen Besitzer wechseln.
WerbungInwiefern sich die Anleger nun entscheiden oder nicht, kann in den ersten Millisekunden getroffen werden. Sind dies rationale Entscheidungen oder auch irrationale.
Psychologie bei der Börse – Repräsentativ-Heuristik
Bei den Massen an Parametern, die den Kauf entscheiden, wendet der Mensch meist die vereinfachte Methode. Dies kann mit dem Spiel des Roulett verglichen werden. Landet die Kugel viermal im schwarzen Feld, muss sie doch folglich als nächstes im roten Feld landen. Die Fachsprache sagt hierzu Repräsentativ-Heuristik.
Meint ganz einfach, dass aufgrund früherer Ereignisse („Die Kugel war immer auf Schwarz und danach auf Rot!“), den Repräsentativen, das Ergebnis für die Grundgesamtheit gebildet wird. Demnach würde der gute Anleger seine Aktien, mit denen er Geld verdient hat, verkaufen und kauft die, die im Kurs gefallen sind.
Psychologie bei der Börse – Verfügbarkeits-Heuristik
Eine andere interessante Regel im Spiel der Börse ist die Verfügbarkeits-Heuristik. Hier kommen die Medien hinzu. Je größer die Informationen sind, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines Ereignisses eingeschätzt. Wird zum Beispiel in den Nachrichten die Meldung über einen schlechtgelaunten Öl-Mogul gezeigt, können Überreaktionen hinsichtlich jeglicher Öl- und Benzinpreise erfolgen.
Anlagen werden verkauft. Je aktueller und auffälliger eine Information ist, desto mehr wird diese in den Entscheidungsprozess gewichtet.
Schaut man sich einmal einen Kursverlauf an, können die verschiedensten Stadien der Emotionalität des Anlegers interpretiert werden und das Kauf-/ und Verkaufsverhalten abgeschätzt werde.
Stadien des Kaufverhaltes der Anleger
Der Kurs steigt leicht, sinkt wieder und bleibt fast statisch: Flaute. Der Kurs kann ja nur noch sinken.
Der Kurs steigt: Interesse und Skepsis. Ja, er hat ein paar Punkte gewonnen, lieber noch nichts tun und abwarten.
Der Kurs steigt weiter: Kaufen Kaufen Kaufen. Immer noch mit Vorsicht, aber die Nehmerlaune ist geweckt! Der Börsianer sieht sich bestätigt und ist zufrieden.
Die Spitze des Kursen steigt noch weiter: Gier. Hier wird der Anleger zum Tier und das Roulett hat begonnen. Mit Aktien kann man nur gewinnen! Nicht umsonst ist dies der kritischste Punkt.
Die Devise: Gewinne aushalten und Verluste so gering wie möglich halten.
Der Kurs sinkt ein wenig: Keine Panik, das ist eine ganz normale Entwicklung. Jetzt aushalten und nicht verkaufen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Der Kurs sinkt weiter: Jetzt macht sich die Angst breit. Die Verluste werden zu groß. (Wir erinnern uns an Die Kugel war immer auf Schwarz, jetzt wird sie auf Rot landen!.)
Nachkaufen und verbilligen! Die Kurse werden sich wieder erhöhen!
Und die Talfahrt endet nicht: Panik! Bloß schnell raushier!
Beobachten und aus Erfahrungen handeln. Es ist nicht immer eindeutig, wie sich der Anleger verhalten wird. Jedoch können aus seinem eigenen Handeln auch Rückschlüsse auf das der Anderen gewonnen werden.
Die Börse ist bestimmt durch verschiedenste Grundbegriffe wie Erwartungen, Erfahrungen und Gefühle. Es ist nicht einfach in der Börse einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn man schon einmal positive Ergebnisse und Gewinne erzielt hat. Börse und Psyche, ein ungleiches Paar, aber untrennbar vereint. Bild Gerd Altmann / pixelio.de
Geschrieben von Andy L.
Schon in jungen Jahren hat Ihn die Welt der Börse und Finanzen begeistert, so dass er auch schon enige Zeit im Bereich Daytrading tätig war und sich damit erste Erfahrungen mit dem Handel von Optionsscheinen und Derivaten geholt hat. Heute schreibt er im Team von Börsenjunkies über alles was interessiert.
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